Presse

Ludwigshafen, 31.03.2021

Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Pfalz - Pfalzwerke planen den Bau einer ersten Erzeugungsanlage in Bad Dürkheim

Auf der Suche nach klimafreundlichen Energieträgern der Zukunft wird dem Wasserstoff eine entscheidende Rolle zukommen. Die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT sieht in dieser Technologie ein hohes zukunftsfähiges Potential und plant ein bedeutendes dezentrales Wasserstoffcluster in Bad Dürkheim aufzubauen. Dazu soll unter anderem ein 10-Megawatt Elektrolyseur für grünen Wasserstoff errichtet werden. Zahlreiche Unternehmen haben bereits Abnahmemengen reserviert. Ziel ist es zu zeigen, dass Wasserstoff auch im ländlichen Raum sinnvoll produziert und eingesetzt werden kann.

Zu den Interessenten für die Abnahme des in der Pfalz produzierten Wasserstoffs zählt unter anderem der Entwicklungsdienstleister KST -Motorenversuch GmbH & Co. KG mit Sitz in Bad Dürkheim, der weltweit die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der zukünftigen Wasserstoffantriebssysteme sicherstellt. Hier werden die neuartigen Mobilitätslösungen der Automobilbranche wie Brennstoffzellensysteme und Wasserstoffverbrennungsmotoren von Innovationstreibern wie Proton Motor und Keyou getestet. Keyou war erst kürzlich durch eine seltene Direktbeteiligung des European Innovation Council (EIC) Thema in der Presse und ist auf den hochreinen Wasserstoff aus der Pfalzwerke-Anlage zur Durchführung der Probeläufe angewiesen.

„Als Unternehmen, das die Zukunft der Mobilität im Blick hat, ist eine mengenmäßig hinreichende und zuverlässige Versorgung mit hochreinem Wasserstoff von großer zeitkritischer Bedeutung. Deshalb muss die rheinland-pfälzische Regierung mit vermehrter Anstrengung alles dafür tun, damit erzeugerseitig genug grüner Wasserstoff zur Verfügung gestellt werden kann“, so Professor Dr. Gerhard Reiff, Vorsitzender der Geschäftsführung von KST.

 Für eine regionale Wasserstoffwirtschaft

Wie die Energiewende selbst, so soll auch die Wasserstoffwirtschaft in der Fläche entstehen und die gewonnene Wertschöpfung der Region zugutekommen. Für den Elektrolyseprozess wird stets 100 Prozent zertifizierter Ökostrom verwendet. Dieser stammt zum Teil aus eigenen regionalen Anlagen der Pfalzwerke-Gruppe. Netzengpässe lassen sich so vermeiden und Strom wird dort verbraucht, wo er produziert wird. Damit das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, bemühen sich die Pfalzwerke um die nötigen Bundes- und Landesgelder und streben eine erfolgreiche Bewerbung bei dem auf europäischer Ebene koordinierten Förderrahmen „IPCEI – Important Projects of Common European Interest“ an.

Mit dem Projekt zeigen wir, dass grüner Wasserstoff auch außerhalb der großen Industriezentren intelligent und wirtschaftlich sinnvoll produziert werden kann. Wir sind sehr glücklich, dass sich bereits viele weitere Interessenten zur Wasserstoffabnahme bei uns gemeldet haben. Bei steigendem Bedarf können wir sogar über 1 Million Kilogramm Wasserstoff pro Jahr produzieren.

René Chassein
René Chassein
Vorstandsmitglied
Pfalzwerke Aktiengesellschaft

Weitere Interessenten sind unter anderem die PFALZGAS mit ihrem weit verzweigten Erdgasnetz, in dem anteilig Wasserstoff beigemischt werden soll, sowie der ÖPNV mit Bussen und ein Industriegaslieferant. Auch die Stadtwerke Bad Dürkheim engagieren sich bei der Initiative: „Wir unterstützen dieses Projekt auf vielen Ebenen, auch beim Thema Standort, weil wir sehen, wie viel Wasserstoffbedarf es hier auf lokaler Ebene gibt. Gleichzeitig möchten wir die Abwärme sinnvoll nutzen“, so Dr. Peter Kistenmacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Dürkheim.   

Das Leuchtturmprojekt in Bad Dürkheim soll das erste in einer Reihe von weiteren verbrauchsnahen Wasserstofferzeugungszentren in der Pfalz werden.