Pfalzwerke schließen Geschäftsjahr 2025 solide ab und setzen Transformationskurs fort
Auf seiner Hauptversammlung hat der Pfalzwerke-Konzern mit Sitz in Ludwigshafen heute, 19.05.2026, den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Der Konzern erzielt in einem äußerst anspruchsvollen und von hohem Wettbewerb getriebenen Marktumfeld einen Konzernumsatz von rund 1,72 Mrd. Euro und ein stabiles operatives Ergebnis in Höhe von 19,9 Millionen Euro.
Der Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf geringere Stromerlöse sowie hohe Investitionen in Zukunftsfelder zurückzuführen. Gleichzeitig konnten positive Effekte im Gasgeschäft, Erlöse aus Projektverkäufen sowie ein stabiles Netzgeschäft zur Ergebnisabsicherung beitragen. Die Bilanzsumme stieg investitionsbedingt auf 1,81 Mrd. Euro.
Den Geschäftsaktivitäten liegt ein klares Strategieprogramm zugrunde. Dieses legt fest, wie der
Konzern zukünftig mit dem volatilen Marktumfeld und sich ständig verändernden Rahmenbedingen umgehen wird.
„Wir konzentrieren uns auf die Region, in der wir seit über 100 Jahren zuhause sind. Zukunftsfähige Infrastruktur durch leistungsfähige Stromnetze, ein flächendeckendes Ladenetz für E-Fahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen rund um den Ausbau einer fossilfreien Energieversorgung für Privat-, Geschäftskunden und Kommunen sind unser Beitrag, die Energiewende regional voranzutreiben“, sagt Vorstandsmitglied Marc Mundschau.
Privatkunden – Fokus Region
Das Privatkundensegment war 2025 von intensivem Preis- und Wettbewerbsdruck geprägt. Der Stromabsatz ging zurück, während der Gasabsatz leicht gesteigert werden konnte. Vor diesem Hintergrund setzte der Pfalzwerke-Konzern gezielt auf die Stärkung der regionalen Marke, auf Rückgewinnungsprogramme, neue Tarifmodelle sowie eine vereinheitlichte Kundenkommunikation und optimierte Serviceprozesse. Dadurch konnte die Kundenanzahl erhöht werden.
Parallel entwickelte sich die überregionale Marke 123energie weiterhin gut und bestätigte ihre Wettbewerbsposition. Im Prosumergeschäft zeigte sich ein differenziertes Bild: Während der Absatz klassischer Photovoltaik-Anlagen rückläufig war, stieg die Nachfrage nach Speicherlösungen und größeren Anlagen. Zudem konnte der Absatz von Wärmepumpen durch regionale Partnerschaften deutlich gesteigert werden. Insgesamt trugen diese Maßnahmen zur Stabilisierung der Kundenbasis bei und schaffen eine belastbare Grundlage für nachhaltiges Wachstum in den kommenden Jahren.
PV-Ausbau für Kommunen und Mittelstand – ein zentrales Wachstumsfeld
Trotz eines insgesamt angespannten Marktumfelds blieb der Photovoltaik‑Ausbau für Kommunen und mittelständische Unternehmen im Jahr 2025 ein strategischer Schwerpunkt des Pfalzwerke‑Konzerns. Im Fokus standen neue Projekte, der weitere Ausbau von Freiflächen‑ und Dachanlagen sowie größere Anlagendimensionen im Business-Solutions‑Projektgeschäft.
In der nationalen Projektentwicklung erzielte die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT dabei wichtige Fortschritte: Für das Projekt Hettenleidelheim wurde die Baugenehmigung erteilt und der Baustart vollzogen, in Steinbach am Glan konnte ein Zuschlag in der EEG‑Ausschreibung für eine Anlage mit 11,4 MWp erreicht werden. Weitere Projekte wurden gezielt weiterentwickelt, etwa durch die Erweiterung der Planung um einen Stromspeicher in Hornbach oder die Modernisierung der Solaranlage am Flugplatz Lilienthal in Neustadt an der Weinstraße, deren Leistung von 2 MWp auf 4,6 MWp mehr als verdoppelt wird. Mit der erfolgreichen Teilinbetriebnahme des Solarparks Maßbach stärkt der Konzern zudem seine Eigenerzeugung und treibt den Ausbau weiter voran.
Parallel bediente der Konzern die wachsende Nachfrage nach Speicherlösungen, baute strategische Kooperationen im PV‑Dachsegment aus und erweiterte das O&M‑Geschäft deutlich, um planbarere und stabilere Erlösstrukturen zu schaffen. Die PV‑Aktivitäten unterstreichen die Rolle der Pfalzwerke als zentraler regionaler Partner der Energiewende, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Kommunen.
Flankiert wurde dies durch eine klare Ausrichtung im Strom‑ und Gasgeschäft mit kommunalen, gewerblichen und industriellen Kunden auf marktnähere, flexible Beschaffungs‑ und Portfoliolösungen. Während der Stromabsatz rückläufig war, entwickelte sich das Gasgeschäft in dem Geschäftsfeld positiv. Durch den bewussten Verzicht auf risikoreiche Festpreismodelle und die Fokussierung auf Mittelstand, Industrie, Kommunen und Stadtwerke stärkte der Konzern seine Risikosteuerung und die Qualität der Kundenbeziehungen.
Partnerschaften als Fundament der Energiewende in der Region
Insgesamt verfügt die Pfalzwerke-Gruppe über ein breites Netz an kommunalen Beteiligungen und Partnerschaften. Diese wurden im Jahr 2025 strategisch weiterentwickelt, unter anderem durch den Ausbau gemeinsamer Photovoltaik- und Windprojekte, die Unterstützung bei Dekarbonisierungskonzepten (z. B. Projekt BÄKO-Südwest) sowie die Weiterentwicklung von Energie- und Versorgungsinfrastrukturen. Darüber hinaus übernahmen die Pfalzwerke eine unterstützende Rolle in kommunalen Planungs- und Genehmigungsprozessen. Die kommunalen Kooperationen bleiben damit ein wesentlicher Stabilitätsanker und Wachstumstreiber.
Energieerzeugung & Handel: Wandel zu integrierten Modellen
Im Geschäftsfeld Erzeugung war das Jahr durch schwache Windverhältnisse und teils negative Strompreise im PV-Bereich belastet. Gleichzeitig wurde der Ausbau der Photovoltaik-Leistung weiter vorangetrieben, insbesondere im kommunalen und gewerblichen Projektgeschäft. Der Pfalzwerke-Konzern richtet sich konsequent neu aus: Batteriespeicher, Power-Purchase-Agreements (PPAs), Flexibilitätsvermarktung und ein erweitertes Risikomanagement gewinnen an Bedeutung. Ziel ist eine stärker integrierte und resilientere Erzeugungs- und Vermarktungsstruktur.
Netzausbau: Rückgrat der regionalen Versorgungssicherheit
Die Pfalzwerke Netz AG hat 2025 ihre Rolle als leistungsfähiger Verteilnetzbetreiber weiter ausgebaut. Im Mittelpunkt standen der Ausbau und die Digitalisierung der Netzinfrastruktur. Insgesamt sind über 51.000 Photovoltaik-Anlagen sowie weitere dezentrale Erzeuger zu Ende 2025 an das Stromnetz der Pfalzwerke Netz AG angeschlossen. Weiter erfolgten u.a. umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen im Hoch und Mittelspannungsnetz und der Bau und Ausbau mehrerer Umspannwerke. Ergänzend wurden erste digitale Umspannpunkte eingeführt, regulatorische Anforderungen wie § 14a EnWG und das intelligente Messwesen vorbereitet und umgesetzt sowie Ortsnetze gezielt verstärkt. Diese Maßnahmen tragen zur langfristigen Versorgungssicherheit in der Region bei, verbessern die Integration erneuerbarer Energien und schaffen zusätzliche Kapazitäten für Wärmepumpen, Elektromobilität und Industrie.
Digitalisierung als strategische Leitlinie
Die Transformation der Pfalzwerke Gruppe wurde 2025 übergreifend von der Digitalisierung der Prozesse und der Modernisierung der IT Infrastrukturen begleitet. Zu den wesentlichen Fortschritten zählten die Vereinheitlichung und Automatisierung zentraler Netzprozesse, die Einführung eines digitalen Netzanschlussportals sowie von Datenqualitätsprogrammen zur Umsetzung komplexer regulatorischer Vorgaben. Zudem wurden digitale Tools unter anderem im Kundenservice verstärkt genutzt. Diese Maßnahmen steigern Effizienz, schaffen Transparenz und verbessern Servicequalität und Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer in der Region.
Ausblick 2026: Ergebnisverbesserung durch Transformation und Fokussierung
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Pfalzwerke-Konzern ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld, rechnet jedoch mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen hat wegweisende strategische Entscheidungen getroffen und notwendige Veränderungen angestoßen, um den Herausforderungen im dynamischen, wettbewerbsgetriebenen Energiemarkt sowie der volatilen politischen Lage zu begegnen. In diesem Zusammenhang wurden einzelne Geschäftsfelder neu bewertet. Der Konzern richtet sich klar auf wachstums- und zukunftsrelevante Bereiche aus: Stärkung der Netze, Fokus auf regionale Kundinnen und Kunden, Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Energielösungen für Kommunen, Mittelstand und Industrie.
„Unsere Präsenz in der Region und Kundennähe sind die Basis für werthaltiges Wachstum. Mit diesem Fokus ist die Gruppe gut aufgestellt, um Chancen in einem dynamischen Marktumfeld zu nutzen“, betont das neue Vorstandsmitglied Dominik Habig. Er wird zukünftig die vertriebliche Ausrichtung der Pfalzwerke prägen.
Der Konzern bleibt investitionsstark und setzt seinen Kurs fort: wirtschaftliche Stabilität sichern, die Energiewende in der Region aktiv gestalten und gezielt neue Ertragspotenziale erschließen.
Pfalzwerke-Konzern: Das Geschäftsjahr 2025 auf einen Blick
Umsatzerlöse: 1,72 Mrd. Euro
Bilanzgewinn: 94,1 Mio. Euro
EBIT: 19,9 Mio. Euro
Gesellschaften: 45
Mitarbeitende gesamt (12/25): 1.599
Auszubildende und dual Studierende: 122